Trainingspartner – ja oder nein?

Trainingspartner – ja oder nein?

04-03-2019
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Es ist eine immer wiederkehrende Frage, ob es besser ist mit einem Trainingspartner zu trainieren, oder es im Studio als einsamer Wolf alleine zu stemmen.

Als erste Reaktion wirst du wohl sagen, dass ein Workout hundertmal effizienter wird, wenn man einen Partner hat. Warum?

  • Weil Trainingspartner dir über Stagnationsphasen hinüberhelfen, was du alleine weder physisch noch psychisch schaffen würdest.
  • Weil Trainingspartner dich motivieren und stimulieren, aber dich auch mal in den Arsch treten können, wenn es sein muss.
  • Weil Trainingspartner – wenn sie genug engagiert sind – konsequent kein einziges Training auslassen, und so wirst du dich das auch nicht trauen, sogar wenn du mal einen schlechten Tag hast.
  • Weil Trainingspartner die Fehler bemerken, die dir nicht unbedingt auffallen, auch wenn du einen Spiegel verwendest – wenn gerade sonst keiner im Studio ist.
  • Weil du viel sicherer in Begleitung eines Trainingspartners trainieren kannst, da sie bei riskanten Sets neben dir stehen, und, wenn nötig, Veränderungen vornehmen. Aber nur dann!
  • Weil Trainingspartner dich den ganzen Weg lang mitzerren, auch wenn du genug vom Ganzen hast. Mit einem Partner wirst du während eines Workouts nie wieder locker lassen.
  • Weil ein guter Trainingspartner auch außerhalb des Studios zu einem Freund wird – außer ihr habt schon als Freunde zu trainieren begonnen, dann ist dieser Punkt für dich natürlich nicht maßgeblich.

Ein guter Trainingspartner, mit dem du dich gut verstehst, kann dir dabei helfen, dein volles Potential auszuschöpfen und jede Trainingseinheit mit dem Gefühl "es hat sich ausgezahlt, herzukommen" zu Ende zu führen. Man muss allerdings bedenken, dass diese Argumente nur dann für einen Trainingspartner sprechen, wenn die Aussagen wirklich gültig sind...

Die andere Seite der Medaille

Ein Trainingspartner ist manchmal wirklich eher ein Fluch als ein Segen. Der Glaubwürdigkeit halber schauen wir uns mal an, wie es ist, wenn ein Trainingspartner eher einen negativen als einen positiven Einfluss hat.

  • Weil schlechte Trainingspartner nicht nur NICHT durch die Stagnation helfen, sondern dich mit ihrer "geht-nicht-Einstellung" noch weiter runterziehen.
  • Weil schlechte Trainingspartner nicht wissen, wie sie dich motivieren können, sie assistieren dir einfach, stehen als Körper daneben, aber nicht als Person, oder – im schlimmsten Fall – plappern über all möglichen Scheiß.
  • Weil es schlechten Trainingspartnern wurscht ist, ob Trainingstag ist oder nicht: sie lassen locker ein-zwei Tage aus, wenn ihnen nicht danach ist. Oder noch schlimmer: sie drängen dich dazu, auch nachzulassen.
  • Weil schlechte Trainingspartner nicht nur deine Fehler NICHT bemerken, sondern dich sogar ermutigen, Übungen falsch auszuführen, weil sie gehört haben, dass Schummeln einen größer macht, was bedeutet, dass du auch Gewichte herumreißen musst (außerdem wissen sie nicht, wann Schummeln als eine Technik angewendet werden KANN). Aber ja, manche meinen, dass es romantisch ist, wenn man sich zusammen verletzt...
  • Weil schlechte Trainingspartner keinen blassen Schimmer haben, wann sie sich an einer Übung beteiligen sollen, und in welchem Ausmaß. Sie ziehen/stemmen statt dir, und du hast keine Ahnung, wie viel du in der gegebenen Session erreicht hast, oder sie lassen dich unter dem Gewicht leiden, bist du dir eine schlimme Verletzung einholst, weil das ja SO hardcore ist.
  • Weil schlechte Trainingspartner während des ganzen Workouts plaudern, anstatt sich auf die gemeinsamen Ziele zu konzentrieren. Das heißt nicht, dass ihr nicht ein-zwei Wörter austauschen dürft, aber wenn ihr hart arbeitet, abwechselnd die Übungen macht, werdet ihr einfach keine Energie dafür haben.

Sogar wenn nur eines dieser Punkte zutrifft, ist es fragwürdig, ob du einen Trainingspartner haben solltest. Wenn mehrere auf deinen Fall zutreffen, LAUF – soll heißen, wenn du dieses Ding ernsthaft machen willst. Dann ist es nämlich besser, wenn du alleine trainierst. Das macht auch Spaß, und es erlaubt dir auch, dich selbst herauszufordern, nicht nur deine Muskeln.

Die Wahrheit ist, man braucht eine Lupe, um einen guten Trainingspartner zu finden. Die Anzahl möglicher Partner wird schon durch die Notwendigkeit, einen ähnlichen Tagesablauf zu haben, dezimiert, sonst schafft ihr es nie ins Studio.

Dann gibt es da noch den "Verbesserungsfaktor", in anderen Worten: den Bedarf, ungefähr am gleichen Level zu sein, wie dein Partner. Wenn du 100 stemmst, und dein Partner 50, wirst du nicht viel Motivation finden – außer andauernd Gewichte herumzubewegen. Du bist dann eher ein Lehrer, was – auch wenn es sich um eine erhebende und nützliche Verpflichtung handelt – für deinen eigenen Fortschritt kaum von Vorteil ist, da du ja das ganze Training damit verbringst, den anderen zu unterstützen, während dich keiner unterstützt.

Schlussendlich ist es auch nett, wenn du die andere Person magst, da du mit jemandem, mit dem du nicht gut auskommst, oder der dich langweilt, nicht effizient trainieren wirst können.

Langer Rede kurzer Sinn, einen guten Trainingspartner zu finden ist genauso schwer, wie den richtigen Partner/richtige Partnerin fürs Leben. Zum Glück ist das "Schlussmachen", falls es nicht funktioniert, viel einfacher und viel weniger schmerzhaft als im Falle der traditionellen Beziehungen. :)

Und wenn du den richtigen Trainingspartner findest, dann bleibt der, ähnlich wie bei Beziehungen, in guten und in schlechten Zeiten an deiner Seite. Wenn auch nicht "bis euch der Tod scheidet", doch wird ein Trainingspartner deine Sportkarriere so unterstützen, dass du dich bis ans Ende deines Lebens an schöne Momente zurückerinnern wirst können.



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