Zeitalter und Körperideale

Zeitalter und Körperideale

22-08-2018
 / 5.0
Bitte melden is Sie sich ein, um diesen Artikel zu bewerten!

Im Zuge der Jahre durchging das männliche Körperideal zahlreiche Veränderungen. Unser Ziel ist es nicht, einen lexikalischen Text, der die ganze Geschichte der Menschheit umfasst, zu diesem Thema zu verfassen, doch könnte es interessant sein, sich mal die verschiedenen Trends etwas genauer anzuschauen.

Schauen wir also mal, welche Veränderungen der als ideal betrachtete Körper, bzw. der Männerideal en bloc, so durchgemacht hat.

Wie auch in vielen anderen Fällen, kann man ruhig sagen, dass dank der zivilisatorischen Einflüsse diese Richtung nicht unbedingt als vorteilhaft angesehen werden kann, vor allem was die letzten paar Jahre und Jahrzehnte angeht. Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber wenn man sich diesen Trend genauer ansieht, dann merkt man, dass der als ideal angesehene Körperbau, und das allgemein als männlich angesehene Ideal von der tatsächlich als männlich geltenden Linie abgekommen ist.

Du könntest sagen, das ist alles eine Frage der Einschätzung und des Geschmacks, und hättest damit natürlich auch recht. Und wir wissen auch ganz genau, dass die Mitglieder der "nehme dich an, wie du bist"-Bewegung und des "das Aussehen ist nicht wichtig"-Klubs diesen Text ganz scharf kritisieren könnten, aber das ändert nichts an den Tatsachen.

Aber eins nach dem anderen.

Das Männerideal alter Zeiten

Wir werden die Ideale längst vergangener Zeiten nur kurz behandeln. Wenn man sich die antiken griechischen und römischen Statuen anschaut, ist ganz klar erkennbar, was damals für ästhetisch, oder sagen wir: männlich gehalten wurde. Man findet keine männliche Darstellung, die nur einen Deut von Weiblichkeit zeigen würde. Männer waren damals noch Männer, auch wenn homosexuelle Beziehungen zwischen Männern bekannt waren und auch akzeptiert wurden.

Im Mittelalter war neben den Kämpfer-Idealen ein wichtiger Gesichtspunkt, dass die Person der Gesellschaft einen wertvollen Dienst leistet, hilfsbereit ist, etc. Natürlich war das mit christlichen Werten verbunden, da damals der Einfluss der Kirche viel stärker war, als heutzutage, und so ist das auch nicht überraschend. Gleichzeitig ist es auch erwähnenswert, dass neben der kämpferischen Statur auch der "ritterliche" Charakter als männlich angesehen wurde. Wie weit entfernt das von den heutigen ethischen Normen ist...

In der Neuzeit begannen sich die "segensreichen" Auswirkungen der Zivilisation zu zeigen. Damals gab es keine Mercedes-Schlüssel, die man um den Finger hätte kreisen lassen können, also musste man wohl oder übel mit einem Bäuchlein den eigenen Wohlstand demonstrieren. In dieser Ära schien etwas Babyspeck "ideal" zu sein, da er ja suggerierte, dass man genug Geld hat, um den Magen vollzukriegen. Das bedeutet natürlich nicht, dass der ausgesprochen fettleibige Typ dem Ideal entsprochen hätte, in dieser Zeit war das eher selten.

Körperideale des 20. Jahrhunderts

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, als die Filmindustrie in die Gänge kam, galten die eher dünnen, leicht muskulösen Männer als das Ideal, da die "Helden" Hollywoods auch so aussahen. Danach kam die Hippy-Zeit und der Rock'n'Roll, als jeder die mageren, ungekämmten Rockstars mit ihrem extremen Lebens- und Kleidungsstil nachzuäffen versuchte. Sie haben die Frauen nicht mit ihrem Körperbau versucht zu erobern, so war die Figur auch für die einfachen Menschen kein Thema. Nach dem pummeligen Männerideal der Neuzeit war das die nächste "Entartung", die aber nicht lange gehalten hat, denn...

Denn dann kam Arnold, der das Bild des idealen Körperbaus komplett umgewandelt hat. Das war die goldene Ära des Bodybuildings und des Krafttrainings. Damals wurden jene, die muskulöser als der Durchschnitt waren, noch nicht - oder zumindest nicht im heutigen Ausmaß - mit Stereotypen abgestempelt, und wir können es ruhig zugeben: wer ins Fitnessstudio ging, dem schwebte Arnolds Bild vor den Augen. Im Geheimen wollten wir eigentlich alle so sein, obwohl natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass wir es auch schaffen würden, minimal war.

Dieses Körperbild war also quasi ein Gegenpol zu den Wirkungen der damals gleichfalls wütenden Rockmusik. Es ist eine andere Frage, dass zwar z.B. James Hetfield oder Lemmy lange Haare hatten, aber sie wirkten auf keinen Fall weiblich (und die Vertreter des Glam-Stils ignorieren wir mal einfach kurz :D)

Ende des 20. Jahrhunderts ist nach der Arnold-Sly-Ära das männliche Körperideal wieder etwas hagerer geworden, aber ein Waschbrettbauch war noch etwas wert.

Dann ist etwas schiefgegangen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Das Männerideal hat seine Männlichkeit verloren. Wir wissen natürlich, dass das nicht für jeden das Ideal war, und zum Glück gehört dieser Trend heute schon wieder zur Vergangenheit, doch früher war es völlig unvorstellbar, dass diese Statur bzw. dieses Aussehen für IRGENDJEMANDEN als Vorbild gegolten hätte. Wir wollen uns da nicht zu sehr in die Stereotypen vertiefen, aber es wäre ein Fehler nicht anzuerkennen, dass in den vermurksten Paarbeziehungen unserer Zeit die Tatsache, dass die geschlechterspezifischen Rollen verschwunden, oder im schlimmeren Fall sogar ausgetauscht worden sind, eine wichtige Komponente ist. Bildlich gesprochen haben die Frauen einen Schwanz wachsen lassen, während jener der Männer verschwunden ist. Das Emo-Phänomen ist nicht der Grund dafür - es ist eher ein Symptom, als der Auslöser. Man könnte sagen, es hat den Prozess sichtbar gemacht.

Gleichzeitig gibt es ein Licht am Ende des Tunnels, denn Filmstars wie Dwayne Johnson, Mark Wahlberg oder Jason Statham - oder auch Brad Pitt an seinen besseren Tagen, denn er konnte sich manchmal auch ganz schön aufpumpen, wenn's nötig war, und wir dürfen auch den Film 300 nicht vergessen, der einen ganzen Trainingskult ausgelöst hat - haben dafür gesorgt, dass man zumindest noch auf der Leinwand Männer sehen kann, auch wenn es im echten Leben immer weniger von ihnen gibt.

Damit kein Missverständnis entsteht: natürlich gibt es Männer, die eine ausgesprochen männliche Ausstrahlung haben, aber überhaupt nicht muskulös sind, und es sind nicht Muskeln, die einen Mann männlich erscheinen lassen, dieses Bild hier ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür:

Gleichzeitig wäre es ein Fehler nicht anzumerken, dass das Verschwinden des trainierten Körpers als Ideal mit der Idealisierung der femininen Männern in Zusammenhang steht.

Es ist zwar nicht gut, wenn man jemanden nur wegen seines Äußeres beurteilt, aber vergessen wir nicht, dass außer dem Charakter auch der Körperbau als Gradmesser für die Männlichkeit gilt.



Fragen Sie hier zu diesem Artikel

Sie können Fragen nach der Registrierung und Einloggen!
Bitte Anmelden in!

Es gibt kein Kommentar


Warenkorb cart
Ihr Einkaufswagen ist leer.
Shopbuilder Ltd. · Mérey str. 17 HU6722 Szeged, Ungarn · Telefon: +36-20-900-0864 (Montag-Freitag: 9-17am CEST) · E-mail: shop@buildershop.de
Datenverwaltungsinformation (01098-0001) · Hungarian E-commerce Registration Number: C/002 215/2003 · Online-Streitbeilegung
287 ms